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Jeder Tropfen zählt: Kluges Wassermanagement und Weinbau unter Extrembedingungen im Alentejo

Temperaturen von bis zu 50 Grad und im Sommer monatelang keinen Tropfen Regen: Was auch für uns im nördlicheren Europa immer näher rückt, ist in gewissen Regionen Europas schon länger Normalzustand. So auch im portugiesischen Alentejo, wo sich das Weingut Vale de Camelos befindet. Mit klugem Wassermanagement, einer konsequent ökologischen Bewirtschaftung und jahrelanger Adaption an das extreme Klima beweist das Delinat-Weingut, dass selbst unter schwierigsten Voraussetzungen Bioweine von höchster Qualität entstehen können.

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Olivier Geissbühler
Videoblogger
13.07.2026

3 Kommentare
Wasserretention bei Vale de Camelos
Durch geschickte Wasserretention hat Familie Kreikenbaum in einem der trockensten Landstriche Portugals biologischen Weinbau nach der Delinat-Methode ermöglicht.

Unser Besuch beim Delinat-Weingut Vale de Camelos im Mai zeigte eindrücklich, wie extrem das Wetter in dieser Region Portugals ist. Obwohl uns die Betriebsleiterin Helena Manuel versicherte, dass es ziemlich viel geregnet hatte im Winter und aktuell genügend Wasser vorhanden sei, war bereits ein Grossteil der Landschaft ausgedörrt und die Temperaturen gingen bereits gegen 30 Grad. Und das, obwohl der Sommer noch nicht einmal richtig begonnen hatte. In den Sommermonaten klettert das Thermometer deutlich höher und es fällt oft über mehrere Monate hinweg kein Tropfen Regen. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt in dieser Region bei gerade mal 200–400 mm.

Dass ökologischer Weinbau in einer solch extremen Region heute überhaupt noch möglich ist, sei vor allem dem Weitblick der Eigentümer dieses Landstrichs zu verdanken, erzählt uns Helena Manuel. Die Geschichte des Weinguts Vale de Camelos beginnt im Jahr 1981 mit dem Bremer Reeder und Seefahrer Horst Zeppenfeld, welcher im Alentejo ein fast 1000 Hektar umfassendes Grundstück kaufte und dieses schrittweise umgestaltete. In den Jahrzehnten danach hat sich der Landwirtschaftsbetrieb auf Weinbau, Korkeichen, Johannisbrotbäume und Olivenanbau spezialisiert.

Betriebsleiterin Helena Manuel
Für Betriebsleiterin Helena Manuel sind Hitze- und Trockenheitsperioden im Weinberg längst Alltag. Dagegen hält sie mit ausgeklügelten Wasserretentionsmassnahmen.

Die Vision eines regenerativen Landwirtschaftsbetriebes wird seit 2012 von Horst Zeppenfelds Tochter Antje Kreikenbaum und ihrem Mann, dem Landschaftsarchitekten Thorsten Kreikenbaum, konsequent weitergeführt. Riesige Flächen wurden aufgeforstet und laufend ökologischer ausgerichtet. Heute gibt es dort rund 200 ha Steineichen, 260 ha Johannisbrotbäume, 30 ha Korkeichen, 20 ha Pinien, 80 ha Oliven, 10 ha Eukalyptus und ca. 30 ha Reben. Im Jahr 2007 fiel auf Vale de Camelos die Entscheidung, den Wein konsequent biologisch an- und auszubauen, so wie auch alle anderen Kulturen.

Riesige Seen fangen das Regenwasser und werden zu Biodiversitäts-Hotspots

Zudem wurden im Verlauf der letzten Jahrzehnte riesige Seen angelegt, welche so viel Regenwasser wie nur möglich speichern und im Sommer für die notwendige Bewässerung verwendet werden. Seltene, vom Aussterben bedrohte Vögel und eine Menge andere Tierarten finden dort ein vielfältiges Biotop und lebenswichtiges Refugium.

Solarpanele bei Vale de Camelos
Bei Vale de Camelos zielt alles in Richtung energieautark und umweltschonend: Solarpanele sind auf dem gesamten Areal zu finden.

Der gesamte Betrieb wurde auf nachhaltiges Wassermanagement optimiert: Eine Weinbergs-Begrünung, die als natürlicher Schwamm Feuchtigkeit tief in den Boden leitet und auch in heissen Monaten speichert. Sensoren, die den Wasserstress der Reben in Echtzeit messen.

Permakultur-Massnahmen wie Steinwälle und Dämme zwischen den Weinreben verlangsamen den Wasserfluss und geben es bei Bedarf an die Reben ab. All diese Methoden zeigen, dass selbst in wüstenähnlichen Regionen nachhaltiger Weinbau möglich ist. Das macht Mut für die klimatischen Herausforderungen der Zukunft!

Über die Autorin

Olivier Geissbühler

Olivier Geissbühler, Videoblogger

«Nature is always right» – das gilt auch in der Weinproduktion. Mit der Kamera kann ich bei zukunftsweisenden Projekten von der Rebenzüchtung bis zum Endprodukt hautnah mit dabei sein, wie aus reicher Natur köstliche Weine entstehen.

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