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Bodegas Menade: Bioweine aus Rueda

Richard Menade kitzelt aus den kargen Böden im spanischen Rueda Feinheit und Tiefe heraus. Ein Erlebnis für den Gaumen und Freunde neuer vinophiler Territorien.

Die Region Rueda in Spanien ist durchaus bekannt. Aber selten verstanden. Die Region steht für Frische und die international zum Teil unterschätzte weisse Rebsorte Verdejo. Am Weingut Menade entstehen charakterstarke Weine. Damit zählt das Weingut zu den spannendsten Projekten der Region.

Menade liegt in La Seca, dem Herzen der Herkunftsregion, D.O. Rueda. Verantwortlich zeichnet die Winzerfamilie Sanz, die seit Generationen Weinbau betreibt. Mit Menade haben die Geschwister Sanz jedoch einen radikalen Neuanfang gewagt: kompromisslos biologisch, mit starkem Fokus auf Biodiversität, alten Reben und minimalen Eingriffen im Keller. Delinat-konform, versteht sich.

Und das oft entgegen der vermeintlich einfachen Lösung. Richard Sanz, als Hauptverantwortlicher auf dem Weingut, bewässert beispielsweise nicht, obwohl die Sommer heiss und trocken sind. Die Reben müssen tief wurzeln, um zu überleben. Und genau das verleiht den Weinen ihre Spannung und Tiefe.

Bodegas Menade

Ein Grossteil der Verdejo-Reben ist über 40 Jahre alt, manche deutlich älter. Sie stehen auf kargen Kies- und Sandböden, durchzogen von Lehm und Kalk. Das Ergebnis sind Trauben mit ausgeprägter Aromatik, aber moderatem Alkohol, durchaus eine Seltenheit in der Region.

Richard Menades Weine zeigen Verdejo jenseits des Mainstreams. Kein lauter Primärfrucht-Stil, sondern Kräuter, Fenchel, Zitruszeste, manchmal ein Hauch Heu oder salzige Mineralität. Die Textur ist dicht, die Säure lebendig, der Abgang präzise.

Vergoren wird spontan, ausgebaut je nach Wein im Stahltank, Beton oder Holz. Schwefel findet am Weingut auch nur minimalen Einsatz. Ziel ist es, die Herkunft sprechen zu lassen, nicht den Keller. «Wir wollen Weine machen, die leben», sagt Richard Sanz. Und das tut er, wie Fass- wie auch Flaschenprobe beweisen.

Ein zentraler Pfeiler am Weingut ist die Biodiversität. Zwischen den Rebzeilen wachsen Begrünungen, Hecken und Wildkräuter. Schafe übernehmen einen Teil der Pflege, Insektenhotels und Rückzugsräume fördern das ökologische Gleichgewicht. Die Weinberge sind keine Monokultur, sondern ein funktionierendes Ökosystem.