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So gut schmeckt die Zukunft: Unser Team degustiert das Probierpaket Robuste Rebsorten

Sechs Weine aus robusten Rebsorten, und ein Team, das sich kaum einigen kann, welcher der Favorit ist. Willkommen in unserer Frühlingsdegustation.

Text

Nina Wessely
Redaktorin
22.04.2026

Robuste Rebsorten, die sogenannten PIWIs stehen für eine der spannendsten Entwicklungen im europäischen Weinbau. Pilzwiderstandsfähig, pflegeleicht, ökologisch vorbildlich und geschmacklich längst auf Augenhöhe mit klassischen Sorten. Steffi, Oli und Dirk aus unserem Delinat-Team haben sich an einem frühlingshaften Nachmittag zusammengefunden, um die sechs Weine des aktuellen PIWI-Probierpakets genau unter die Lupe, oder vielmehr ins Glas, zu nehmen. Was folgte, waren Begeisterung, ein paar Überraschungen und die eine oder andere lebhafte Diskussion über Speisebegleitung. Hier kommen die Eindrücke der Runde.

Möge die Degustation beginnen

Caphira Cabernet Blanc, Weingut Hirschhof, Rheinhessen

Der Auftakt der Degustation gehörte dem Caphira, einer frisch-fruchtigen Assemblage aus robusten Rebsorten vom Weingut Hirschhof in Rheinhessen. Die grasigen, leicht zitrischen Noten liessen sofort an einen gut gemachten Sauvignon Blanc denken, was Diplom-Sommelier und Kursleiter Dirk als klares Qualitätsmerkmal wertete:

«Eine leicht herbe Note macht den Wein etwas länger. Hinten raus etwas Pampelmuse und Grapefruit, ein feiner Wein. Dazu würde ich pochierten Fisch oder einen leichten Brie reichen. Oder einen Salat mit Grapefruit.»

Auch Tofu würde laut Dirk funktionieren. Eine Idee, die Social-Media-Verantwortliche Steffi sofort aufgriff: «Ich würde Tofu dazu kombinieren.»

Die Säure des Caphira wurde in der Runde als angenehm verhalten wahrgenommen, der Abgang als etwas kurz, dafür umso eleganter.

Golia, Savian, Veneto

Weiter ging es in den Nordosten Italiens, ins Veneto. Der Golia vom Weingut Savian überraschte die Runde bereits in der Nase. PIWI-Experte Oli war der erste, der seine Eindrücke in Worte fasste:

«Interessant in der Nase. Etwas Minze, Menthol, ätherisch.»

Am Gaumen zeigte sich der Golia angenehm kräutrig und typisch für seine Herkunft. In punkto Essen war sich die Gruppe einig: Dieser Wein schreit förmlich nach einem Risotto, oder einfach nach einem entspannten Aperitivo in der Abendsonne. Ein Wein zum Seele-baumeln-lassen, der Lust auf die vielzitierte «Dolce Vita» macht.

Sauvignac & Riesling, Timo Dienhart, Mosel

Die vielleicht ungewöhnlichste Cuvée des Nachmittags war diese Vermählung aus 60 Prozent Sauvignac und 40 Prozent Riesling, aus Timo Dienharts Weinbergen an der Mosel. Was klingt wie ein gewagtes Experiment, entpuppte sich als einer der Lieblinge der Runde. Dirk beschrieb ihn mit Überzeugung:

«Sehr trinkig. Grüner Apfel und Zitrus – und genau richtig reif am Gaumen.»

Oli stimmte zu: «Auf dem Höhepunkt. Beste Trinkreife. Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn es schwer ist, ihn auszuspucken.»

Die Cuvée aus Sauvignac und Riesling zeigte eindrucksvoll, dass «und» manchmal besser klingt als «oder». Oli wies ausserdem auf die Qualität der Rebsorte Sauvignac hin: Er hatte bei einer Rebschule 40 verschiedene Sauvignac-Weine verkostet und war begeistert. Die Servierempfehlung der Runde war eindeutig: auf der Terrasse, mit Ausblick – im Idealfall direkt auf die Mosel.

Rión, Albet i Noya, Penedès

Dann kam der Rión. Und die Stimmung in der Runde stieg nochmals. Der Rión von Albet i Noya ist eine Besonderheit: gekeltert aus der ersten weissen, offiziell zugelassenen PIWI-Rebsorte für die Region Penedès, Rión. Und das nur dank der unermüdlichen Pionierarbeit auf dem Delinat-Weingut Albet i Noya. Von Hand gepflückt und verarbeitet, wie auf dem katalanischen Etikett vermerkt. Oli liess keinen Zweifel an seiner Meinung:

«Mein Favorit bisher. Ich könnte für diesen Wein einstehen. Sehr ausgewogen, sehr zitrisch, schöne Frische für Spanien, schöne Säure. Kein Holz. Und unglaublich trinkanimierend.»

Der Rión überzeugte durch seine Balance und erfrischende Note. Definitiv ein Wein, der Lust auf den zweiten Schluck macht. Zur Speisenbegleitung herrschte freudige Einigkeit: Pimientos del Padrón, gereifter Manchego, Patatas bravas, Boquerones und Croquetas. Also, im Grunde die ganze Tapas-Karte einmal rauf und runter.

Jetzt kommt Farbe ins Glas

KOO KUU Kirschrot, Roland Lenz, Iselisberg

Mit dem Kirschrot von Roland Lenz kam der erste Rotwein auf den Tisch. Und was für einer. Lenz baut am Iselisberg ausschliesslich PIWIs an und beweist damit nicht nur Weitblick, sondern auch, dass die Zukunft des Weinbaus fruchtig mundet. Der Kirschrot begeisterte mit Holunder, einem Hauch Cassis und roter Johannisbeere, Orangenblüte und einer animierenden, frischen Säure. Oli hatte dazu eine schöne Anekdote aus dem PIWI-Weinkurs parat:

«Im Kurs kommt er gar nicht schlecht an. Ein Kursteilnehmer meinte einmal: Das ist der einzige Rotwein, der zu Curry passt.»

Dirk ergänzte mit einem eigenen Lieblingstipp: «Wunderbar als gekühlter Rotwein zum Apéro.»

Steffi brachte es auf den Punkt: «Sehr trinkig und fruchtig.»

Die Empfehlung: Eher kühl servieren und gerne zu asiatischen Gerichten oder eben, dem legendären Curry.

Aventurer Negre, Albet i Noya, Penedès

Den Abschluss machte der Aventurer Negre, ein Rotwein von Albet i Noya, der in der Blinddegustation regelmässig für Überraschungen sorgt. Steffi brachte es auf ihre charmante Art auf den Punkt: «Jedes Mal ein neues Abenteuer. Ein guter Wein.»

Dirk berichtete aus der Degustation: «In der Blinddegustation überzeugt der Aventurer auch immer. Im Vergleich mit traditionellen Rebsorten wird er sogar meist bevorzugt.»

Oli ergänzte: «Feine Holznoten und Gerbstoff. Mit der nötigen Würze.»

Zum Essen? Dirk und Steffi waren sich sofort einig: Zu Gegrilltem von Gemüse bis Fleisch ist dieser Wein ein Klassiker. Oder zu Tempeh, wer es pflanzlich mag.

Fazit: Die Zukunft schmeckt

Sechs Weine, ein Team, viele Meinungen, und eine ganz klare Erkenntnis: PIWI-Weine sind längst keine Kompromisslösung mehr. Sie sind eine echte Alternative, die im Glas heutzutage genauso überzeugt wie im Weinberg. Weniger Behandlungen, gesündere Böden, weniger Emissionen, und dazu Weine, die animieren, überraschen und Geist wie Gaumen erfrischen.

Das Probierpaket «Robuste Rebsorten» ist unsere Einladung an alle Neugierigen, sich eine Kostprobe Zukunft zu gönnen.

Über die Autorin

Nina Wessely

Nina Wessely, Redaktorin

Ich liebe Wein. Und ich liebe die Natur. Beides bei Delinat gefunden zu haben, macht mich glücklich. Und von diesem Glück erzähle ich gerne.

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