Maschinenernte oder Handlese?
Ernte von Hand oder mit dem Traubenvollernter? Unter den Winzern ist das entweder eine Frage der Philosophie oder der Machbarkeit. Sicher ist: Auch im Bio-Weinbau haben beide Varianten Platz. Wobei sich die Frage auf etlichen Weingütern erst gar nicht stellt. In steilen Lagen oder bei Buschreben kommt nur die aufwändige Handlese in Frage. Aber sonst: Wo liegen die Vorteile? Wo die Nachteile? Wir haben zwei Biowinzer aus Norditalien zum Duell mit Argumenten gebeten.
Text
Hans Wüst
Redaktor 15.08.2012
Links im Bild ein Vollernter in Rheinhessen, rechts pflückt Winzer Claudio Menicocchi die Trauben per Hand.
Pro Maschinenernte
William Savian vom Weingut Le Contrade unweit von Venedig erntet alle Trauben mit einem Traubenvollernter der neusten Generation. Vibrierende Glasfiberstäbe sorgen dafür, dass die Traubenbeeren auf ein Förderband fallen und von hier direkt in Inox-Kisten gelangen. «Unsere Maschine erlaubt sehr feine Einstellungen, so dass alle Trauben unverletzt geerntet werden können. Der ganz grosse Vorteil der Maschinenernte ist, dass die Trauben innerhalb von 30 Minuten in den Keller gelangen. Eine rasche Verarbeitung ist enorm wichtig für Qualitätswein», erklärt William Savian.
Pro Handlese
Auf dem Weingut Fasoli im Veneto – unweit von Verona – werden sämtliche Trauben seit eh von Hand gelesen. «Nur die Handlese erlaubt eine Selektion der Traubenbeeren bereits im Weinberg und eine Ernte sämtlicher Trauben zum optimalen Zeitpunkt. Nicht alle sind nämlich gleichzeitig reif. Deshalb ernten wir in bis zu drei Durchgängen», erklärt Amadio Fasoli. Zudem habe man mit dieser Erntemethode die beste Gewähr, dass die Trauben unverletzt und ohne Blätterresten in den Keller gelangen.
Ihre Meinung interessiert uns
Achten Sie beim Kauf von Wein darauf, ob dieser aus Hand- oder Maschinenernte stammt? Stellen Sie Unterschiede bei der Qualität oder der Lagerfähigkeit fest? Schreiben Sie Ihre Meinung zum Thema Handlese oder Maschinenernte unten ins Kommentarfeld. Herzlichen Dank.
PS: Weitere Argumente der beiden Winzer und ihre Einschätzung, wie sich die Erntemethode auf die Weinqualität auswirkt, finden Sie in der WeinLese 27, die Mitte August erscheint.
Über die Autorin
Hans Wüst, Redaktor
Die Natur fasziniert mich. Und Wein, als eine Facette davon, ganz besonders. Bei Delinat gibts beides in einer wunderbaren Symbiose.
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